29. November 2016

Idefix gewinnt - ein Workshop des WDA Forum zum Thema "Generationsunterschiede im Arbeitsleben"

von Thomas

Ein Beitrag von Rudolf Heim

Bild 1 Idefix trug den Sieg davon, Akira wurde Zweiter. Worin? Felix Kneubühler hatte im firmeninternen Jam-Session-Chat (1) eine Frage zum besten Ablauf einer Montage gestellt. Kneubühler war ein 42-jähriger Projektleiter für Pumpen in einem Speicherwerk in China (2), und damit er Lösungen für sein nicht alltägliches Montage-Problem fand, stellte er die Frage in den Chatraum der Firma. Nach einer Woche war klar, wie man vorgehen wollte und man deckte die realen Personen, die hinter den Nicknames standen, auf. Die Überraschung war perfekt: Idefix war eine 26jährige Fachhochschulabsolventin Sie brachte die besten Vorschläge, gefolgt von Akira, einem 59jährigen Konstrukteur. In einer direkten, realen Teilnahme an einem Meeting hätten die zwei kaum das gleiche Gehör gefunden – falls sie überhaupt eingeladen worden wären.

Solche Ideen zum generationenübergreifenden Gespräch und zum gegenseitigen Voneinander-Lernen, diskutierten Mitte November 2016 eine bunt zusammengesetzte Gruppe von Fachleuten aller Alters- und Berufsgruppen in Basel an einem Workshop. Das WDA-Forum (3) und die Firma Roche AG hatten eingeladen. Rentnerado war mit zwei Personen vertreten: mit einem der Gründer von Rentnerado und einem Rentner aus Winterthur. Das Thema war genau das, was Rentnerado brennend interessierte: Wie bringe ich die Wirtschaft dazu, auch den erfahrenen, vernetzten, aber bei vielen Rekrutierern wenig begehrten Ü-55er wieder vermehrt anzustellen oder gar nicht vorzeitig zu entlassen. Wie sollen sich die HR-Abteilungen und die Führungscrews verhalten, wie sollen die mit Vorurteilen negativ bedachten «alten Füchse» positiv im Gespräch bleiben und wie bringe ich die altermässig oft weit auseinander liegenden Leute einander näher, wie lernen die sich gegenseitig respektieren und schätzen? In einem kurzen, einführenden Referat zeigte Dr. Anna Jensen von der FH Nordwest, wie falsch die meisten vorgefassten Meinungen sind, wie Jung und Alt erstaunlich oft gleich ticken oder wie die Ü55 oft gar besser abschneiden (4).

Bild 2 Was kamen noch für Resultate für eine generationenübergreifende Förderung heraus, die den geforderten HR-Abteilungen helfen könnten? Das Ideenspektrum war breit: es ging von «Reverse Mentoring» (ein «Alt-Jung-Begleiten»), Coachen, «Sparkling-Runden» für Projekte (eine Speed-Dating-ähnliche Veranstaltung, in der die Ideen sprudeln sollen («sparkling»)), über quer durch alle Fach- und Altersebenen gehenden Kurz-Brainstormings und Fehleraustauschrunden bis hin zum Miteinbezug der im Team Mitarbeitenden bei der Auswahl eines neu anzustellenden Teammitgliedes. Auch ein sanfter Zwang, für jede ausgeschriebene Stelle auch eine Prozentzahl an Ü-50-Bewerbern anzusehen, wurde vorgeschlagen. Die Frage, ob man selber gerne ein «Quoten-Rentner» wäre, wurde allerdings nicht weiter diskutiert.

Rentnerado ist mit dem WDA-Forum bestens vernetzt, wir werden am Thema dran bleiben und weiter informieren!


Präsentation WDA Intergenerationenmanagement herunterladen
(1) Ein Fachchat im Intranet, an dem sich alle MitarbeiterInnen beteiligen können, und - wie im Jazz, wo sich 16 jährige Gitarrenfreaks und 70jährige Saxophonisten finden - perfekt zusammen spielen.
(2) Erfundenes Beispiel
(3) World Demographic and Ageing-Forum, St. Gallen, www.wdaforum.org/home
(4) Referat Dr. Anne Jansen

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