13. Mai 2019

Vierjahreszeiten und unsere Gefühlswelt (von Michael Schillmeier)

von michael

Frühling, Sommer, Herbst und zur Zeit - herrlicher Winter. Wie schön, dass wir vier Jahreszeiten haben! Im Gegensatz zu den Leuten, beispielsweise in der Karibik. Wir können im Winter skifahren, im Sommer in unseren schönen Seen schwimmen, im Herbst das bunte Laub bestaunen und im Frühjahr zuschauen, wie die Natur wieder erwacht! Was für ein Previleg - Die armen Leute, bleiben wir bei der Karibik, haben das ganze Jahr keine Abwechslung, ausser Wirbelstürme, Überschwemmungen und sogar Erdbeben. Sonst schauen sie immer auf das gleiche Meer, können zwar das ganze Jahr baden, aber nichts ist eintöniger, als immer das Gleiche zu tun. Es wird vielen so langweilig, dass sie das Meer schon gar nicht mehr sehen.

Wie mein lieber Freund Fridolin, zuhinterst im Glarnerland. Er lebt auf einer Alp, hat eine wunderbare Aussicht in das Tal und auf die Berge, die er vor lauter Sorgen auch schon gar nicht mehr sieht. Was sind das für Menschen, die die Schönheit der Natur und ihre Abwechslung nicht mehr wahrnehmen? Nach aussen ist Fridolin ein umgänglicher Typ, sehr hilfsbereit, ein gschaffiger Kerl, keine Arbeit ist ihm zu viel, und für mich ist er stets bereit, eine Schlafstelle frei zu halten, wenn ich wieder mal vom Tödi, oder sonst einem Glarner Gipfel mit dem Gleitschirm fliegen möchte! Fridolin ist an allem sehr interessiert, aber wie es in seinem Innersten aussieht, lernt man erst kennen, wenn man ein paar Stunden mit ihm verbringt, in seiner sonst so paradiesischen Glarner Heimat. Ich habe schon oft erlebt, wie er in Tränen aufgelöst, von seinen Jugenderlebnissen erzählte. Am Anfang war ich hilflos, erschrocken, dass so ein gestandenes Mannsbild, sich so gehen lässt.

Mittlerweile habe ich festgestellt, dass viele Menschen traumatisiert durchs ganze Leben gehen. wie mein Arbeitskollege Erwin, der überall als Festcasanova galt, eine Unmenge an Witzen erzählen konnte, Gitarre spielte und überall für gute Stimmung sorgte. Wir sassen einmal alleine an einer Bar, als auch er in Tränen ausbrach und mir erklärte, es sei ihm alles zu viel, der Stress der Arbeit, seine Probleme mit dem anderen Geschlecht und so fort!!!  Hinter seiner "Fassade" kam sein wahres Ich zum Vorschein und auch ich konnte nicht verhindern, dass er eines Tages freiwillig aus dem Leben schied. Depressionen sind weit verbreitet, mehr als man denkt und nicht alle werden damit fertig!

Jeder Mensch hat seine Stimmungsschwankungen und ich finde, man sollte sie akzeptieren. Ich sage immer, wenn Du Dich im Tief fühlst, so glaube daran, dass es bald wieder aufwärts geht und so ist es dann meistens auch, zum Glück und mit Gottvertrauen. Falsch ist es mit aller Macht dagegen anzukämpfen, man verpufft viel zu viel positive Energie!

Mit Fridolin haben wir beide grosses Vertrauen aufgebaut, aus dem wir Kraft schöpfen und er hat keine Hemmungen, mir alles zu erzählen. Ob Menschen sich aber immer problemlos ergänzen, ist ein Geschenk Gottes und man sollte dafür dankbar sein!

Freuen wir uns jeden Tag an kleinen Dingen, an Blumen die aus dem Boden schiessen, am Kinderlachen. Ein Lächeln ist überhaupt ein grosses Geschenk, kostet nichts und öffnet unsere Herzen für jedermann.

Kommen Sie gut und schadlos durch Ihre Vierjahreszeiten und freuen Sie sich, es gibt soviel kleine Wunder! Es lohnt sich sie zu sehen...!!!

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