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Die besten Apps für Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz

Ein Smartphone kann viel mehr als telefonieren. Diese Apps machen den Alltag in der Schweiz leichter, sicherer und manchmal auch ein bisschen romantischer.

Von Margrit Achermann geprüft
Aktualisiert am 16. Oktober 2026

Das Wesentliche

Inhalt dieser Seite
  1. Unterwegs mit Zug, Bus und Wanderschuhen
  2. Wetter, Warnungen und Notfall
  3. Bezahlen und Bankgeschäfte
  4. Gesundheit und Bewegung
  5. In Kontakt mit Familie und Freunden
  6. Unterhaltung und Kopftraining
  7. Besser sehen, besser hören
  8. Übersicht: die wichtigsten Apps auf einen Blick
  9. Sicher installieren: fünf Regeln
  10. Apps für die Partnersuche ab 50 und 60
  11. Was Leserinnen und Leser fragen

Zehn gute Apps sind mehr wert als fünfzig, die man nie öffnet. Darum finden Sie hier keine endlose Liste, sondern eine Auswahl, die in der Schweiz wirklich funktioniert: Apps von Bund, SBB, Rega und Banken, dazu ein paar Helfer für Familie, Unterhaltung und Gesundheit. Alles, was hier steht, gibt es für iPhone und Android.

Ausgewählt habe ich nach drei Fragen: Braucht man es im Schweizer Alltag? Ist es gratis oder zumindest ehrlich bezahlbar? Und versteht man es auch ohne Hilfe aus der Familie? Am Schluss geht es noch um Apps für die Partnersuche, denn viele Alleinstehende ab 60 möchten wissen, welche Partnerbörsen auf dem Handy gut funktionieren und welche besser im Browser laufen.

Unterwegs mit Zug, Bus und Wanderschuhen

SBB Mobile

Die wichtigste App für alle, die gern Zug fahren. Fahrplan, Billett, Verspätungen und Gleisänderungen stehen auf einen Blick im Telefon. Wer einen SwissPass hat, kann Halbtax oder GA in der App hinterlegen und muss bei der Kontrolle nur noch das Handy zeigen. Praktisch ist auch EasyRide: Man wischt beim Einsteigen, wischt beim Aussteigen, und die App rechnet den günstigsten Preis aus. Für den Anfang reicht aber die einfache Verbindungssuche völlig.

Frau um die 65 mit dem Smartphone am Bahnhof
Ich empfehle, auch auf vertrauten Strecken kurz vor dem Losgehen in die SBB-App zu schauen. Den Fahrplan kennt man vielleicht auswendig, Baustellen, Ersatzbusse und Gleisänderungen aber nicht. Mit der Funktion «Verbindung speichern» meldet die App solche Änderungen sogar von selbst.

Die App Ihres Verkehrsverbunds

Für Bus und Tram in der Region haben viele Verkehrsverbünde und Stadtbetriebe eigene Apps, oft mit Haltestellen in der Nähe und Echtzeit-Abfahrten. Fragen Sie am Schalter oder auf der Website Ihres Verbunds, welche App dort empfohlen wird. Häufig genügt aber SBB Mobile, denn dort sind auch Busse und Schiffe im Fahrplan.

SwitzerlandMobility (SchweizMobil)

Die offizielle App für Wandern, Velo und Schneeschuhtouren in der Schweiz. Sie zeigt die signalisierten Routen auf einer guten Karte, mit Höhenprofil und ungefährer Dauer. Die Grundversion ist gratis, für zusätzliche Funktionen wie eigene Touren gibt es ein Abo. Für gemütliche Tagestouren reicht meist die Gratisversion, um vorher zu sehen, ob der Aufstieg «gemütlich» oder «wir reden dann oben weiter» ist.

Wetter, Warnungen und Notfall

MeteoSchweiz

Die Wetter-App des Bundes. Sie zeigt Prognosen für Ihre Postleitzahl, das Regenradar und vor allem Warnungen vor Gewitter, Sturm, Hitze oder Glatteis. Wer möchte, lässt sich Warnungen für seinen Wohnort als Mitteilung schicken. Gerade bei Hitzewellen im Sommer ist das ein guter Anlass, den Spaziergang auf den Morgen zu verlegen.

Alertswiss

Mit Alertswiss informieren Bund und Kantone die Bevölkerung bei Katastrophen und Notlagen, zum Beispiel bei Hochwasser oder einem Chemieunfall. Die App bleibt meist still, und das ist gut so. Wenn sie sich meldet, ist es wichtig. Installieren, Kanton auswählen, fertig.

Rega

Die App der Schweizerischen Rettungsflugwacht: Mit wenigen Fingertipps lösen Sie einen Alarm aus, und Ihr Standort wird direkt an die Einsatzzentrale übermittelt. Das kann am Berg, aber auch auf einem einsamen Waldweg entscheidend sein. Die App ist gratis, auch für Nicht-Gönner. Neuere Versionen bieten zudem eine Funktion, mit der Sie Ihren Standort während einer Tour mit Angehörigen teilen können.

EchoSOS (früher Echo112)

Diese Notruf-App erkennt, in welchem Land Sie sich befinden, zeigt die richtige Notrufnummer und kann Ihren Standort an die Rettungsdienste weitergeben. Nützlich vor allem auf Reisen, wenn man im Ausland nicht weiss, ob man 112, 999 oder etwas anderes wählt. Die Sanitätsnotrufzentrale 144 Graubünden arbeitet zum Beispiel schon seit Jahren damit.

Der Notfallpass im Telefon

Dafür brauchen Sie keine zusätzliche App. Beim iPhone heisst er «Notfallpass» und steckt in der Health-App, bei Android finden Sie ihn unter «Notfallinformationen» in den Einstellungen. Dort hinterlegen Sie Blutgruppe, Allergien, Medikamente und Kontaktpersonen. Rettungskräfte können das auch bei gesperrtem Bildschirm lesen. Lassen Sie es sich einmal von jemandem zeigen und füllen Sie es in Ruhe aus, das dauert zehn Minuten.

Bezahlen und Bankgeschäfte

TWINT

Die Schweizer Bezahl-App: an der Kasse im Laden, am Marktstand, im Hofladen, für den Parkplatz und um den Grosskindern fürs Zeugnis etwas zu schicken. Sie verbinden TWINT mit Ihrem Bankkonto, am einfachsten über die TWINT-App Ihrer eigenen Bank. Praktisch ist auch das Teilen von Rechnungen: Nach einem gemeinsamen Essen im Verein schickt jeder seinen Anteil direkt an die Person, die bezahlt hat, ganz ohne Kleingeld.

Was Sie wissen sollten: Schicken Sie nie Geld per TWINT an jemanden, den Sie nur aus dem Internet oder vom Telefon kennen. Betrüger geben sich gern als Familienmitglied, Polizist oder neue Bekanntschaft aus. Mehr dazu im Beitrag über Schwindeleien im Internet.

Die App Ihrer Bank

Mit der E-Banking-App Ihrer Bank erfassen Sie Zahlungen, scannen QR-Rechnungen mit der Kamera und sehen den Kontostand, ohne auf den Kontoauszug zu warten. Viele Banken bieten für Ältere Einführungskurse oder eine persönliche Beratung in der Filiale an, fragen lohnt sich. Wichtig: Ihre Bank fragt Sie nie per E-Mail oder SMS nach Passwort oder Code. Wer so etwas schreibt, ist nicht die Bank.

Gesundheit und Bewegung

Die meisten Schweizer Krankenkassen haben eine eigene App. Damit fotografieren Sie Arztrechnungen und Apothekenquittungen und schicken sie direkt zur Rückerstattung, statt sie in ein Couvert zu stecken. Welche App zu Ihrer Kasse gehört, steht auf deren Website oder auf dem Brief mit der Versicherungspolice. Laden Sie nur genau diese, nicht eine ähnlich klingende.

Paar beim Nordic Walking im Schnee

Für Medikamente reicht oft die eingebaute Erinnerung. Im iPhone können Sie in der Health-App Ihre Medikamente eintragen und sich zur richtigen Zeit erinnern lassen, bei Android funktioniert das mit der Wecker- oder Erinnerungs-App. Für Bewegung genügt der Schrittzähler, der in den meisten Telefonen schon läuft. Wer lieber mit Anleitung turnt, findet gratis Videos von Pro Senectute und anderen Organisationen.

In Kontakt mit Familie und Freunden

WhatsApp ist in der Schweiz die Nachrichten-App, die fast alle haben. Damit schreiben Sie Nachrichten, schicken Fotos, sprechen Sprachnachrichten auf, wenn das Tippen mühsam ist, und machen Videoanrufe. Wer mehr Wert auf Datenschutz legt, nimmt Threema (aus der Schweiz, einmalig kostenpflichtig) oder Signal (gratis). Am Ende gilt: Die beste App ist die, die auch Ihre Familie hat.

Frau über 70 im Videoanruf am Laptop

So kommen Sie mit WhatsApp am schnellsten zurecht: App installieren, Telefonnummer bestätigen, und schon erscheinen alle Kontakte, die WhatsApp ebenfalls nutzen. Eine Familiengruppe macht vieles leichter, weil die Fotos dann bei allen gleichzeitig ankommen. Und wenn eine Gruppe zu laut wird, kann man sie stummschalten, ohne jemanden zu kränken.

Aus meiner Sicht ist beim Videoanruf die Haltung des Handys wichtiger als die App. Lehnen Sie das Telefon an etwas Stabiles auf Augenhöhe, setzen Sie sich mit dem Gesicht zum Fenster und nicht davor. So sieht man Sie gut, und Sie haben beide Hände frei.

Unterhaltung und Kopftraining

  • Play SRF zeigt Sendungen von SRF live und zum Nachschauen: Tagesschau, Krimis, Dokumentationen, Kassensturz. Gratis.
  • Play Suisse ist die Streaming-Plattform der SRG mit Schweizer Filmen und Serien, auch aus der Romandie und dem Tessin, mit deutschen Untertiteln. Gratis, mit Registrierung.
  • Radio-Apps wie die von SRF bringen Radio SRF 1 oder Musikwelle auf das Telefon, auch mit Podcasts zum Nachhören.
  • E-Books und Hörbücher leihen viele Gemeinde- und Kantonsbibliotheken gratis oder für eine kleine Jahresgebühr aus. Fragen Sie in Ihrer Bibliothek nach der passenden App.
  • Rätsel und Spiele: Kreuzworträtsel, Sudoku, Jass gegen den Computer oder mit Freunden. Achten Sie bei Gratis-Spielen auf viel Werbung und Käufe in der App.
  • Sprachen lernen: Mit Duolingo frischen Sie täglich in ein paar Minuten Italienisch oder Englisch auf, praktisch vor der nächsten Reise ins Tessin oder nach London.

Besser sehen, besser hören

Viele denken, man brauche ein spezielles Seniorenhandy. Meist reicht es, die Einstellungen des eigenen Telefons anzupassen. Das ist gratis und dauert eine Viertelstunde.

  • Lupe: Beim iPhone ist die App «Lupe» eingebaut, bei vielen Android-Telefonen gibt es eine Vergrösserungsfunktion in der Kamera oder in den Bedienungshilfen. Ideal für Beipackzettel, Speisekarten und das Kleingedruckte im Vertrag.
  • Grössere Schrift und fettere Buchstaben: unter «Anzeige» oder «Bedienungshilfen» einstellbar.
  • Vorlesen: Beide Systeme können markierte Texte vorlesen, auch ganze Webseiten.
  • Diktieren: Auf das Mikrofon in der Tastatur tippen und sprechen, statt mit kleinen Tasten zu kämpfen.
  • Hörgeräte: Viele moderne Hörgeräte lassen sich per Bluetooth mit dem Telefon verbinden, dann kommen Anrufe direkt ins Ohr. Ihr Akustiker hilft beim Einrichten.

Übersicht: die wichtigsten Apps auf einen Blick

BereichAppWozuKosten
ReisenSBB MobileFahrplan, Billette, Halbtax und GAgratis (Billette kosten)
WandernSwitzerlandMobilityWander- und Velorouten mit KarteGrundversion gratis
WetterMeteoSchweizPrognose, Radar, Unwetterwarnungengratis
WarnungenAlertswissAlarme von Bund und Kantonengratis
NotfallRegaAlarm mit Standortübermittlunggratis
BezahlenTWINTLaden, Parkplatz, Geld an Familiegratis
FamilieWhatsAppNachrichten, Fotos, Videoanrufegratis
FernsehenPlay SRF, Play SuisseSendungen, Filme, Seriengratis
SehenLupe (eingebaut)Kleingedrucktes vergrösserngratis

Sicher installieren: fünf Regeln

  1. Nur aus dem offiziellen Store. Auf dem iPhone ist das der App Store, bei Android Google Play. Links in SMS, E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten, die zu einer «wichtigen App» führen, sind fast immer ein Trick.
  2. Auf den Anbieter schauen. Unter dem App-Namen steht, wer sie herausgibt. Bei der SBB-App muss dort die SBB stehen, bei der Bank-App Ihre Bank.
  3. Gratis oder nicht? Im Store steht neben dem Knopf «Laden» oder «Installieren» der Preis. Der Hinweis «In-App-Käufe» bedeutet: Die App ist gratis, aber einzelne Funktionen kosten. Das ist nicht schlimm, man sollte es nur wissen.
  4. Berechtigungen prüfen. Eine Taschenlampe braucht keinen Zugriff auf Ihre Kontakte. Wenn eine App nach etwas fragt, das nicht zu ihr passt, tippen Sie auf «Nicht erlauben».
  5. Aktualisieren. Updates schliessen Sicherheitslücken. Schalten Sie automatische Updates ein, dann müssen Sie nicht daran denken.

Wer sich unsicher fühlt, ist in guter Gesellschaft. Pro Senectute, Volkshochschulen und viele Gemeinden bieten Smartphone-Kurse für Ältere an, oft in kleinen Gruppen und mit viel Geduld. Wie man mit dem Telefon Schritt für Schritt warm wird, lesen Sie auch im Beitrag Das Smartphone, ein Segen für die Menschheit?

Apps für die Partnersuche ab 50 und 60

Wer allein lebt und wieder jemanden kennenlernen möchte, kann auch das heute mit dem Handy tun. Die bekannten Wisch-Apps sind allerdings eher für Junge gemacht. Für unsere Generation passen Partnerbörsen besser, bei denen man ein ausführliches Profil anlegt und Vorschläge nach Alter, Region und Interessen bekommt. Einige davon haben eine eigene App, andere funktionieren genauso gut im Browser des Telefons.

  • Zusammen.ch spricht vor allem die Generation 50 plus an; eine eigene App gibt es sowohl fürs iPhone als auch für Android-Geräte.
  • be2 arbeitet mit einem Persönlichkeitstest und bietet ebenfalls Apps für beide Systeme an.
  • Academic Singles spricht Menschen mit höherer Bildung an, auch hier gibt es eine App.
  • 60plusTreff hat noch keine eigene App, die Seite läuft aber im Browser auf Handy und Tablet problemlos. Einfach ein Lesezeichen auf den Startbildschirm legen.

Hinter allen vier Marken steckt dieselbe Firma, nämlich be2 S.à.r.l. mit Adresse in Luxemburg, und ein Teil der Mitglieder ist auf mehreren davon zu sehen. Das ist eigentlich eine gute Nachricht: Sie müssen sich nicht dreimal anmelden. Wählen Sie die Marke, deren Ton und Altersgruppe Ihnen am besten gefällt, und bleiben Sie dort. Wer lieber eine Partnerbörse ausserhalb dieser Gruppe ausprobiert, findet bei Parship und Zweisam ebenfalls Apps.

Zusammen.ch ansehen

Was Sie wissen sollten: Haben Sie Premium in der App gekauft, also über Apple bzw. Google, dann beenden Sie es auch dort: in den Abo-Einstellungen Ihres Telefons. Das blosse Löschen der App stoppt keine Zahlung. Wer alles an einem Ort haben möchte, schliesst ein Abo lieber im Browser ab und notiert sich die Kündigungsfrist, die beim Kauf angezeigt wird.

Welche Plattform zu welchem Alter passt, steht im Ratgeber Partnersuche ab 60. Was man gratis machen kann, erklärt der Beitrag über kostenlose Singlebörsen für Senioren. Und bevor Sie jemandem Ihre Handynummer geben: Lesen Sie kurz, woran man Liebesbetrug erkennt.

Für ein erstes Treffen mit einer neuen Bekanntschaft helfen übrigens gleich mehrere Apps aus dieser Liste: SBB Mobile für die Anreise, MeteoSchweiz für die Wahl zwischen Café und Spaziergang, und auf einer Wanderung die Rega-App für alle Fälle. Ein Smartphone ersetzt keine Begegnung, aber es macht den Weg dorthin oft einfacher und gibt Sicherheit, wenn man sich mit jemandem an einem neuen Ort verabredet.

Was Leserinnen und Leser fragen

Welche Apps sind für Senioren in der Schweiz sinnvoll?

Für den Anfang reichen SBB Mobile, MeteoSchweiz, Alertswiss, die Rega-App, TWINT, WhatsApp und die App Ihrer Bank. Dazu kommen eingebaute Helfer wie Lupe, Notfallpass und grössere Schrift. Alles andere ergibt sich aus Ihren Hobbys.

Welche Apps sind kostenlos?

Alle Apps von Bund, SBB, Rega und SRG sind gratis, ebenso TWINT, WhatsApp und Signal. Bei Spielen und manchen Fitness-Apps steht «In-App-Käufe» im Store: Die App ist gratis, einzelne Zusatzfunktionen kosten.

Wie kann ich als Rentner WhatsApp nutzen?

App aus dem Store laden, Telefonnummer per SMS-Code bestätigen, Namen eingeben. Danach sehen Sie alle Kontakte, die WhatsApp nutzen. Für Fotos tippen Sie auf das Büroklammer- oder Plus-Zeichen, für Videoanrufe auf das Kamerasymbol oben im Chat.

Tablet oder Smartphone, was ist besser?

Ein Tablet hat einen grösseren Bildschirm und eignet sich gut für Zeitung, Fernsehen und Videoanrufe zu Hause. Das Smartphone passt in die Tasche und ist unterwegs unverzichtbar, etwa für SBB-Billett oder Rega-Alarm. Viele nutzen beides, die meisten Apps laufen auf beiden Geräten.