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Love Scam: so schützen sich Senioren

Die allermeisten Menschen auf Partnerbörsen suchen ehrlich. Für die wenigen anderen gibt es klare Erkennungszeichen, und die lernt man schneller als ein neues Rezept.

Von Margrit Achermann geprüft
Aktualisiert am 16. Oktober 2026

Das Wesentliche

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist Love Scam?
  2. Partnerbörsen mit Profilprüfung
  3. So läuft ein Love Scam ab
  4. Die typischen Rollen der Betrüger
  5. Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten
  6. So prüfen Sie ein Profil
  7. Was tun, wenn es passiert ist?
  8. Wo Sie in der Schweiz Hilfe und Information finden
  9. Scham, und was Angehörige tun können
  10. Was Leserinnen und Leser zu Love Scam fragen

Die kurze Antwort zuerst: Sie schützen sich vor Love Scam mit einer einzigen Regel, an die Sie sich wirklich immer halten, nämlich kein Geld, keine Gutscheine und keine Kontodaten an jemanden, den Sie noch nie persönlich getroffen haben. Dazu kommen ein paar Gewohnheiten, die man in einer Viertelstunde lernt: das Foto prüfen, früh einen Videoanruf vorschlagen und so lange wie möglich auf der Partnerbörse schreiben, statt auf WhatsApp zu wechseln.

Was hier steht, kommt aus den Seiten der Schweizerischen Kriminalprävention, des Bundesamts für Cybersicherheit und der Polizei, aus den Sicherheitsseiten der Anbieter und aus Erfahrungsberichten von Betroffenen. Love Scam betrifft fast nie die seriösen Partnerbörsen selbst, sondern spielt sich vor allem dort ab, wo niemand mitliest: auf Facebook, in Messenger-Diensten und per E-Mail. Genau darum ist eine Partnerbörse mit Profilprüfung ein guter, geschützter Ort, um jemanden kennenzulernen.

Ich möchte Ihnen keine Angst machen. Online jemanden kennenzulernen ist ab 60 ein ganz normaler Weg, und auf einer seriösen Partnerbörse ist er gut begleitet. Wer die Muster kennt, erkennt einen Betrüger meistens schon nach wenigen Nachrichten.

60plusTreff: Partnersuche mit Profilprüfung

Was ist Love Scam?

Beim Love Scam baut jemand über Wochen oder Monate eine Liebesbeziehung auf, die es nicht gibt. Hinter dem Profil steckt kein verliebter Mensch, sondern oft ein ganzes Team, das mit Drehbüchern arbeitet, mehrere Opfer gleichzeitig anschreibt und die Rollen untereinander abspricht. Das Ziel ist immer Geld, manchmal auch Ihr Bankkonto als Durchgangsstation für fremdes Geld.

Die Schweizerische Kriminalprävention beschreibt neben dem klassischen Liebesbetrug auch Mischformen. Beim Anlagebetrug erzählt die neue Bekanntschaft von einer tollen Geldanlage, oft mit Kryptowährung, und lädt Sie ein, «gemeinsam für die Zukunft» zu investieren. Beim Money Mule sollen Sie Geld empfangen und weiterleiten; damit machen Sie sich unter Umständen selbst strafbar. Und dann gibt es den Folgebetrug: Wer schon Geld verloren hat, wird von angeblichen Anwälten, Behörden oder «Rückholdiensten» kontaktiert, die gegen eine Gebühr helfen wollen. Auch das ist Betrug.

Warum trifft es so oft Menschen ab 60? Nicht weil sie naiv wären. Viele leben nach dem Tod des Partners oder nach einer Scheidung allein, haben etwas Erspartes und sind höflich erzogen worden: Man antwortet auf einen Brief, man lässt niemanden hängen. Genau diese Anständigkeit nutzen die Täter aus. Mehr zum Neuanfang nach einem Verlust finden Sie auf der Seite neue Liebe als Witwe oder Witwer.

Partnerbörsen mit Profilprüfung

Seriöse Partnerbörsen sind sichere Orte für die Partnersuche, weil sie es Tätern sehr schwer machen: mit Prüfung neuer Profile, Moderation von Fotos, einem Meldeknopf in jedem Chat und einem Team, das verdächtige Konten sperrt. Diese Anbieter aus unserem Vergleich nennen solche Schutzmassnahmen ausdrücklich:

Platz 1Rentnerado-EmpfehlungTestsieger ab 60

60plusTreff

Für alle ab 60, die eine feste Beziehung oder einen lieben Menschen für gemeinsame Pläne suchen.

Ideal ab 60
  • Konsequent auf die Generation 60+ ausgerichtet, Bilder und Sprache inklusive
  • Persönlichkeitstest mit Partnervorschlägen, die man gratis ansehen kann
  • Kontrastmodus und Bedienhilfen direkt im Menü
9,4von 10Sehr gut
60plusTreff Test lesen Rentnerado-Note 9,4 von 10
Platz 2Rentnerado-EmpfehlungMit App

Zusammen.ch

Für Singles ab 50 mit Lust auf schöne Momente zu zweit, gern auch unterwegs per App.

Ideal ab 50
  • Klare Ausrichtung auf 50+, ruhiger Ton
  • App für iPhone und Android vorhanden
  • Sehr aktive Mitgliedschaft laut Anbieter
9,2von 10Sehr gut
Zusammen.ch Test lesen Rentnerado-Note 9,2 von 10
Platz 3Ausserhalb des be2-Netzwerks

Parship

Für alle, die eine bekannte Partnervermittlung mit ausführlichem Test suchen. Viele Mitglieder sind zwischen 40 und 65.

Ideal ab 40
  • Bekannter Name, grosse Bekanntheit in der Deutschschweiz
  • Ausführlicher Persönlichkeitstest
  • Apps für iOS und Android
8,8von 10Gut
Parship Test lesen Rentnerado-Note 8,8 von 10
Platz 4Für Akademiker

Academic Singles

Für Akademikerinnen, Akademiker und alle, denen Bildung und Gesprächsniveau beim Gegenüber wichtig sind.

Ideal alle Alter
  • Profile mit Prüfung der Fotos
  • Gut für Pensionierte aus Lehre, Medizin, Verwaltung
  • App vorhanden
8,7von 10Gut
Academic Singles Test lesen Rentnerado-Note 8,7 von 10
Platz 5Geprüfte Profile

ElitePartner

Für gebildete Singles mit klarem Wunsch nach einer langen Beziehung, Schwester von Parship.

Ideal alle Alter
  • Seit 2005 in der Schweiz
  • Geprüfte Profile
  • Gepflegter, eher ruhiger Ton
8,6von 10Gut
Rentnerado-Note 8,6 von 10 · Gut
Platz 6Anlässe in der Region

Zweisam

Für Singles ab 50, die neben dem Chatten auch Treffen und Anlässe in der Nähe schätzen.

Ideal ab 50
  • Nur Singles ab 50
  • Veranstaltungen in der Region
  • Gratis-App für iOS und Android
8,4von 10Gut
Rentnerado-Note 8,4 von 10 · Gut

Bei den be2-Marken, etwa 60plusTreff, Zusammen.ch oder Academic Singles, steht eine gemeinsame Betreiberin dahinter (be2 S.à.r.l., Luxemburg), und manche Mitglieder sind auf mehreren Seiten zu finden. Sie beschreiben auf ihren Hilfeseiten eine Kombination aus KI, Profilprüfung, verschlüsselter Verbindung und Meldewerkzeugen gegen Scammer. Praktisch für unser Thema: Fotos im Chat lassen sich nur teilen, wenn beide zustimmen, sie bleiben unscharf, bis man sie öffnet, und verschwinden 24 Stunden nach dem Ansehen wieder. Eine Marke reicht, wählen Sie sie nach Alter und Ton; mehr dazu im Test von 60plusTreff.

Academic Singles und ElitePartner werben mit geprüften Profilen. Parship und ElitePartner (beide PE Digital GmbH, Hamburg) verweisen auf eine vom TÜV SÜD geprüfte Software. Zweisam, das zur Meetic SAS in Paris gehört, moderiert Profile und Fotos. Diese Schutzmassnahmen arbeiten im Hintergrund, während Sie in Ruhe schreiben; zusammen mit den Gewohnheiten auf dieser Seite sind Sie bestens aufgestellt.

Profilansicht eines Mitglieds bei Zusammen.ch (Name, Fotos und Freitext unkenntlich gemacht)
So sieht ein Mitgliederprofil bei Zusammen.ch aus

So läuft ein Love Scam ab

Die Geschichten klingen jedes Mal anders, das Drehbuch ist fast immer gleich. Wenn Sie die Phasen kennen, merken Sie früh, an welcher Stelle Sie gerade stehen.

Frau über 60 sitzt nachdenklich mit dem Smartphone am Küchentisch
  1. Der Kontakt. Ein auffallend attraktives Profil schreibt Sie an, auf einer Partnerbörse, auf Facebook, manchmal sogar über eine falsch gewählte Nummer auf WhatsApp. Die erste Nachricht ist freundlich und lobt Ihr Lächeln oder Ihre Augen.
  2. Der Wechsel. Nach wenigen Nachrichten kommt der Vorschlag, auf WhatsApp, Telegram oder E-Mail weiterzuschreiben, «weil die Plattform so umständlich ist». In Wahrheit, weil dort niemand mehr mitliest und kein Meldeknopf das Konto sperrt.
  3. Die Nähe. Jetzt kommen jeden Tag lange, warme Nachrichten, morgens ein «Guten Morgen, mein Schatz», abends Gedichte. Nach zwei, drei Wochen ist von Seelenverwandtschaft und gemeinsamer Zukunft die Rede.
  4. Das Hindernis. Ein Treffen klappt nie. Der Mensch ist angeblich im Ausland im Einsatz, der Flug wird verschoben, die Kamera ist kaputt.
  5. Der Notfall. Plötzlich ein Problem: Zollgebühren für ein Paket, eine Spitalrechnung, ein gesperrtes Konto, ein Flugticket zu Ihnen. Die Bitte kommt «nur dieses eine Mal» und mit dem Versprechen, alles bald zurückzuzahlen.
  6. Die Spirale. Nach der ersten Zahlung folgt der nächste Notfall. Wer zögert, hört Vorwürfe («Du vertraust mir nicht») oder liest von Tränen und Verzweiflung.
  7. Der Nachschlag. Wenn nichts mehr kommt, verschwindet das Profil. Oft meldet sich wenig später ein angeblicher Helfer, der das Geld zurückholen will, gegen Vorkasse.

Die typischen Rollen der Betrüger

Die Täter wählen Rollen, die zweierlei erklären: warum der Mensch gut verdient und warum er gerade nicht kommen kann. Drei davon begegnen einem immer wieder.

Der Offizier im Auslandeinsatz

Uniform, Orden, ernster Blick, oft ein amerikanischer General oder eine Ärztin der Armee. Er ist verwitwet, hat ein Kind im Internat und darf «aus Sicherheitsgründen» nicht telefonieren. Später braucht er Geld für einen Urlaubsantrag, eine Kiste mit Wertsachen oder die Heimreise. Was Sie wissen sollten: Kein Soldat muss seinen Heimaturlaub bei einer Bekanntschaft aus dem Internet bezahlen lassen.

Der Ingenieur auf der Bohrinsel

Er arbeitet auf einer Ölplattform oder einer Baustelle in Afrika oder Asien, hat einen grossen Auftrag und gleich danach Zeit für Sie. Leider ist das Firmenkonto gesperrt, die Zollbehörde hält Material zurück, die Löhne der Arbeiter sind fällig. Die Geschichte klingt technisch und glaubwürdig, und genau deshalb fragen viele nicht nach.

Die Ärztin im Hilfseinsatz

Sie arbeitet für eine Hilfsorganisation in einem Krisengebiet, hat ein grosses Herz und kaum Internet. Irgendwann wird sie krank, wird bestohlen oder braucht Geld für die Ausreise. Neben diesen drei Klassikern gibt es auch den Geschäftsmann auf Reisen, den Kapitän auf einem Frachtschiff oder die junge Witwe, die eine Erbschaft nur mit Ihrer Hilfe freibekommt. Und ja: Auch Frauenprofile werden gefälscht, Männer ab 60 sind genauso Ziel.

Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten

Ein einzelnes Zeichen beweist noch nichts. Wenn aber drei oder vier zusammenkommen, sollten Sie innehalten und jemanden einweihen.

  • Liebeserklärungen nach wenigen Tagen, bevor Sie sich je gehört haben
  • Drängen, die Partnerbörse schnell zu verlassen
  • Beruf im Ausland, Treffen werden immer wieder verschoben
  • Videoanrufe klappen nie, Telefonate höchstens kurz und mit schlechter Verbindung
  • Fotos wie aus einem Katalog, oft nur wenige und alle sehr professionell
  • Widersprüche bei Alter, Wohnort, Kindern oder Beruf
  • Deutsch, das holpert, obwohl der Mensch angeblich aus Basel oder Bern stammt
  • Bitte um Geld, Geschenkkarten, Kryptowährung oder eine Überweisung über einen Bargeldtransferdienst
  • Bitte, ein Paket anzunehmen oder Geld für jemanden weiterzuleiten
  • Bitte um Geheimhaltung: «Erzähl deinen Kindern nichts, sie verstehen das nicht»
  • Wunsch nach intimen Fotos, die später als Druckmittel dienen können
Ich empfehle eine ganz einfache Alltagsfrage als Test: «Haben Sie ein Halbtax oder ein GA?» Wer wirklich in der Schweiz lebt, antwortet in einem Satz. Wer stattdessen einen langen, schwärmerischen Text schreibt und der Frage ausweicht, hat Ihnen damit schon viel verraten.

So prüfen Sie ein Profil

Diese Schritte brauchen keine besonderen Computerkenntnisse. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich die Bildersuche einmal in einem Computerkurs von Pro Senectute oder von einer vertrauten Person zeigen, danach geht es allein.

  1. Foto prüfen. Laden Sie ein Profilbild in eine umgekehrte Bildersuche, zum Beispiel Google Lens oder die Bildersuche von Bing. Taucht das Foto unter anderem Namen, auf einer Modelseite oder in einem Warnforum auf, ist der Fall klar.
  2. Früh per Video sprechen. Schlagen Sie nach einigen Tagen einen kurzen Videoanruf vor, gern über die Funktion der Plattform, dann bleibt Ihre Nummer privat. Wer über Wochen immer eine Ausrede hat, hat einen Grund.
  3. Konkrete Fragen zur Schweiz stellen. Wo gehen Sie am liebsten spazieren? Mit welchem Zug fahren Sie zur Arbeit? Was essen Sie an der Fasnacht? Wer wirklich in Winterthur oder St. Gallen lebt, antwortet ohne Nachdenken. Ausweichende, allgemeine Antworten sind ein Zeichen.
  4. Auf der Plattform bleiben. Schreiben Sie so lange wie möglich über die Partnerbörse. Dort wirkt der Meldeknopf, und verdächtige Konten werden gesperrt.
  5. Geschichte nachrechnen. Notieren Sie, was Ihnen erzählt wird: Alter der Kinder, Wohnort, Einsatzland. Widersprüche fallen auf Papier schneller auf als im Herzklopfen.
  6. Eine Vertrauensperson einweihen. Zeigen Sie die Nachrichten einer Freundin, der Tochter oder dem Sohn. Ein Blick von aussen ist der beste Schutz, den es gibt.

Ein echtes erstes Treffen findet in der Schweiz an einem öffentlichen Ort statt, am helllichten Tag, und jeder zahlt seine Anreise selbst. Tipps zum Profil und zum ersten Kaffee finden Sie in den Ratgebern Partnersuche ab 50, Partnersuche ab 60 und Partnersuche ab 70.

Was tun, wenn es passiert ist?

Wenn Sie schon Geld geschickt haben, zählt jede Stunde. Gehen Sie diese Schritte der Reihe nach durch und lassen Sie sich dabei ruhig helfen.

  1. Kontakt beenden. Keine weiteren Zahlungen, auch keine «letzte». Antworten Sie nicht mehr und blockieren Sie die Person auf allen Kanälen.
  2. Bank sofort anrufen. Manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen. Lassen Sie Karten sperren, wenn Sie Kartendaten oder Zugangscodes weitergegeben haben, und ändern Sie Ihre Passwörter.
  3. Beweise sichern. Nachrichten, Fotos, Profilnamen, Telefonnummern und Zahlungsbelege nicht löschen. Bildschirmfotos genügen.
  4. Anzeige bei der Polizei. Gehen Sie auf den nächsten Posten Ihrer Kantonspolizei. Nehmen Sie die gesicherten Beweise mit.
  5. Dem BACS melden. Das Bundesamt für Cybersicherheit sammelt Meldungen zu Betrug im Internet und warnt die Bevölkerung vor neuen Maschen.
  6. Der Plattform melden. Nutzen Sie den Meldeknopf im Profil, damit das Konto gesperrt wird und niemand anderes angeschrieben wird.
  7. Darüber reden. Erzählen Sie es einem Menschen, dem Sie vertrauen. Allein trägt man so etwas schwer.

Meldet sich nach dem Betrug jemand, der Ihr Geld gegen eine Gebühr zurückholen will, ob als Anwalt, Polizei oder «Recovery-Firma»: Das ist dieselbe Bande in neuer Rolle. Echte Behörden verlangen nie Vorkasse.

Wo Sie in der Schweiz Hilfe und Information finden

  • Bundesamt für Cybersicherheit BACS: Meldestelle für Cybervorfälle und aktuelle Warnungen.
  • cybercrimepolice.ch: Informationsseite der Schweizer Polizeikorps zu Betrug im Internet.
  • Schweizerische Kriminalprävention (SKP): ausführliche Seite zum Romance Scam, mit Tipps für Betroffene und für Angehörige.
  • Ihre Kantonspolizei für die Anzeige, die Opferhilfe-Beratungsstelle Ihres Kantons für vertrauliche Beratung, und Pro Senectute, wenn Sie Unterstützung im Alltag oder bei Geldsorgen brauchen.

Weitere Maschen, mit denen Betrüger ältere Menschen ins Visier nehmen, von Phishing bis zum falschen Polizisten, beschreibe ich im Beitrag Schwindeleien im Internet.

Scham, und was Angehörige tun können

Das grösste Hindernis nach einem Love Scam ist nicht das verlorene Geld, sondern die Scham. Viele Betroffene schweigen monatelang und zahlen in dieser Zeit weiter. Dabei gilt: Wer darauf hereingefallen ist, war nicht dumm. Er oder sie hat einem Menschen vertraut, der professionell gelogen hat. Gegen ein eingespieltes Team mit Drehbuch hat auch ein kluger Kopf einen schweren Stand.

Erwachsene Tochter im Gespräch mit ihrer Mutter

Wenn Sie als Tochter, Sohn oder Freundin einen Verdacht haben, hilft Schimpfen nicht. Fragen Sie interessiert nach, lassen Sie sich die Fotos zeigen und machen Sie die Bildersuche gemeinsam. Bieten Sie an, beim Anruf auf der Bank oder bei der Polizei dabei zu sein. Und sagen Sie es deutlich: Die Gefühle waren echt, nur der andere war es nicht.

Aus meiner Sicht hilft es, die Liste der Warnsignale auszudrucken und gut sichtbar aufzubewahren, etwa neben dem Computer. Und wer sie in einem Verein, einer Kirchgemeinde oder im Treffpunkt ans Anschlagbrett hängt, hilft anderen, ohne dass sich jemand erklären muss.

Und dann: weitermachen. Ein Betrug ist kein Grund, die Hoffnung auf eine neue Liebe aufzugeben. Mit den Gewohnheiten von oben, einer Plattform mit Profilprüfung und einem ersten Treffen im Café am See sind Sie auf einem guten Weg. Einen Überblick über alle Anbieter finden Sie in unserer Rangliste der Partnerbörsen ab 50.

Academic Singles: geprüfte Profile ansehen

Was Leserinnen und Leser zu Love Scam fragen

Wie erkennt man einen Love Scammer?

An der Kombination aus schnellen Liebesschwüren, einem Leben im Ausland, ständig verschobenen Treffen, fehlenden Videoanrufen und irgendwann einer Bitte um Geld. Spätestens beim Geld ist die Sache klar, egal wie rührend die Geschichte klingt.

Gibt es eine Liste von Love Scammern?

Eine offizielle Liste mit Namen gibt es in der Schweiz nicht, und sie würde wenig nützen: Die Täter wechseln Namen und Fotos ständig. Viel wirksamer ist die umgekehrte Bildersuche. Gestohlene Fotos tauchen oft mehrfach im Internet auf, manchmal auch in privaten Warnforen.

Wo finde ich eine Beratungsstelle für Love Scamming?

Erste Anlaufstelle ist der Polizeiposten Ihrer Kantonspolizei. Informationen bieten die Schweizerische Kriminalprävention und cybercrimepolice.ch, Meldungen nimmt das BACS entgegen. Für vertrauliche Unterstützung gibt es in jedem Kanton eine Opferhilfe-Beratungsstelle, und Pro Senectute hilft bei Fragen im Alltag.

Wie gehen Love Scammer vor?

Sie bauen über Wochen Nähe auf, holen das Gespräch weg von der Plattform, erzählen von einem Beruf im Ausland und erfinden dann einen Notfall, der Geld kostet. Nach der ersten Zahlung folgen weitere Notfälle, am Ende oft ein falscher Helfer, der das verlorene Geld «zurückholen» will.

Bekomme ich mein Geld zurück?

Das ist leider selten. Je schneller Sie die Bank anrufen, desto eher lässt sich eine Überweisung noch aufhalten. Erstatten Sie in jedem Fall Anzeige, und zahlen Sie niemandem eine Gebühr, der Ihnen die Rückholung verspricht.

Sind Partnerbörsen sicherer als Facebook oder WhatsApp?

Ja, deutlich. Auf einer seriösen Partnerbörse werden Profile geprüft, es gibt einen Meldeknopf und ein Team, das verdächtige Konten sperrt. Auf Facebook oder WhatsApp kann Sie jeder anschreiben, ohne dass jemand hinschaut. Darum lohnt es sich, so lange wie möglich auf der Plattform zu schreiben.